Klinische Immunologie - virtuell

Erkenntnisgewinn

  • Prinzipien der innaten und adaptiven Immunantwort
  • Aktuelle Immunpathologische Grundlagen von rheumatoider Arthritis, systemischem Lupus erythematosus, Vaskulitiden, Hämophagozytose und Autoinflammation, IgG4-assozierten Syndromen, Autoimmunität und Immundefizienz
  • B-Zell gerichtete Therapiestrategien, Immunpharmakologischen Wirkungen von Immunsuppressiva

Inhalte

Die klinische Immunologie ist integraler Bestandteil der Rheumatologie. Zu Zeiten, als die Haupt-Ideengeber der Rheumatologie noch physikalische Therapie, Rheumachirurgie und Orthopädie hießen, nahmen die meisten Rheumatologen die klinische Immunologie nicht oder kaum wahr. Die Zeiten haben sich gewandelt! Zwar war die Verankerung der klinischen Immunologie innerhalb der Organfächer immer verhandelbar, aber in den letzten 20 Jahren hat sich die Rheumatologie von allen Organfächern am meisten auf die klinische Immunologie eingelassen. Daraus resultierte nicht nur eine intensive Erforschung der immunpathologischen Grundlagen der entzündlichen rheumatischen Systemerkrankungen, sondern auch die Einführung zahlreicher neuer aus der Forschung hervorgegangenen Therapieprinzipien. Gut ausgebildete klinische Immunologen übernahmen in den universitären Rheuma-Abteilungen die ärztliche Führung, mit dem Ergebnis, dass die Rheumatologie heute das Fach der Inneren Medizin mit der stärksten immunologischen Prägung ist. Wenn die Rheumaakademie eine Fortbildungsveranstaltung „Klinische Immunologie“ ausweist, so ist das nur die logische Fortsetzung eines jahrelangen Engagements der DGRh auf diesem Gebiet, was sich z. B. auch seit Jahren in regelmäßigen Symposien zur „Pathogenese von Autoimmunität und Immundefizienz“ auf den DGRh-Tagungen niederschlägt.

Die Überzeugung, dass diese beiden Bereiche nicht nur ätiopathogenetisch, sondern auch klinisch zusammengehören, hat auch die Programmgestaltung der Rheumaakademie-Veranstaltung begleitet. Nach einer Einführung in die Reaktionsprinzipien des angeborenen und adaptiven Immunsystems werden ist es dem Referententeam „Klinische Immunologie“ ein besonderes Anliegen, den Teilnehmern die enge Nachbarschaft von Autoimmunität, Immundysregulation und Immundefizienz zu vermitteln. Es folgen Darstellungen einer Th1/Th17 dominierten Immunpathologie am Beispiel der RA, IgG4 assoziierte Krankheitsbilder als Beispiel einer gebremsten adaptiven Immunantwort. Es folgt die Beschreibung einer hochgefährlichen, ungebremsten Autoinflammation am Beispiel der Hämophagozytose-und Makrophagen-Aktivierungs-Syndrome zu denen neuerdings auch einige hochentzündliche COVID-19 Verläufe zählen. Am Beispiel des SLE diskutieren wir eine Th2 dominierte B Zell Erkrankung mit hoher IFN-1 Signatur. Die autoantikörper-vermittelte Immunpathologie wird am Beispiel der ANCA assoziierten Vaskulitiden verdeutlicht.

Den Abschluss bildet ein Überblick über das dynamische Gebiet der Immunpharmakologie, das mit den klassischen kleinmolekularen csDMARDS und den biologischen bDMARDs und den zielgerichteten, synthetischen tsDMARDs (z. B. Kinase-Inhibitoren) inzwischen drei große Gruppen umfasst. Eine Sonderstellung mit großer klinischer Bedeutung nehmen B-Zellund Antikörper gerichtete immunsuppressive und modulierende Therapien ein, die in einem gesonderten Vortrag behandelt werden.

Die Teilnehmer sollen nach einer Einführung in die Organisation und Funktionsweise des Immunsystems lernen, an Beispiel-Krankheiten immunpathologische Reaktionsmuster des innaten und adaptiven Immunsystems wiederzuerkennen und plausible Therapievorschläge herzuleiten.

Wissenschaftliche Leitung

Prof. em. Dr. med. Hans-Hartmut Peter

Hans-Hartmut Peter, Prof. em. Dr. med, geb. 1942 in Darmstadt, Studium in Marburg, Paris, Heidelberg, Promotion 1967 am Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg, Postdoktorate 1968 im frz. Tumorzentrum Villejuif und 1970-72 in Scripps Clinic, La Jolla Ca. USA. 1973-1984 Facharztausbildung für Innere Medizin und Rheumatologie an der Med. Hochschule Hannover (MHH; Lehrer: Helmuth Deicher, Fritz Hartmann); 1976 Habilitation in Innerer Medizin und Klinischer Immunologie mit einer Arbeit über: „Formen zellulärer Zytotoxizität bei Transplantatabstoßung und Tumorwachstum“. Seit 1984-2010 Ärztl. Direktor der Abt. Rheumatologie & Klinische Immunologie, Med. Universitätsklinik Freiburg. 1988 Gründung einer DFG Forschergruppe für Rheumatologie (KFR). 2001-2009 Sprecher des SFB620 Immundefizienz; 2008 Mitbegründer und erster Ärztlicher Direktor des Centrums für Chronische Immundefizienz (CCI) am Uniklinikum Freiburg. 2001-2002 Präsident der DGfI. Herausgeber des Lehrbuches Klinische Immunologie (3. Auflage 2012). 2010-2025 berufenes Mitglied der Arzneimittelkommission der BÄK und des Arbeitskreises Blut am Robert Koch Institut, Berlin. Foto © privat

Referenten

Prof. Dr. med. Christoph Fiehn

Prof. Dr. med. Christoph Fiehn studierte Humanmedizin an der Universität Heidelberg. Dort folgte eine Tätigkeit als Wiss. Mitarbeiter der Medizinischen Klinik und Poliklinik V, ehe er Oberarzt und Leiter der Rheumaambulanz wurde. Ein DAAD-Stipendium hatte ihn zwischenzeitlich 1994/95 zum Kennedy Institute of Rheumatology in London geführt. 2001 begründete er das Interdisziplinäre Uveitiszentrum der Universität Heidelberg. Nach seiner Habilitation 2004 wurde er Chefarzt und Ärztlicher Direktor des ACURA Rheumazentrums Baden-Baden. Seit 2017 ist er Inhaber der Praxis für Rheumatologie, Tätigkeitsschwerpunkt Klinische Immunologie, Baden-Baden, und seit 2018 zudem Belegarzt Rheumatologie der ViDia-Kliniken Karlsruhe. Anfang 2020 gründete er gemeinsam mit Dr. Jutta Bauhammer die Gemeinschaftspraxis Rheumatologie Baden-Baden GbR. Prof. Dr. Fiehn ist u.a. Träger des Kußmaulpreises der Dt. Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) 2013 sowie Mitglied im Beirat und der Kommission Pharmakotherapie der DGRh. Er ist Herausgeber von Arthritis+Rheuma und Mitherausgeber der Zeitschrift für Rheumatologie. Foto © Yoshi Toscani

Prof. Dr. med. Stephan Gadola

Nach Medizinstudium und Weiterbildung in Innerer Medizin in Basel folgten zwei lehrreiche Jahre am Vaskulitis- und Kollagenosezentrum der Medizinischen Krankenhausabteilung von Prof. Wolfgang Gross in Bad Bramstedt. Danach konnte ich mich in Oxford drei Jahre ganz auf die immunologische Forschung konzentrieren. Von 2002-2007 war ich als Oberarzt und Max Cloëtta Professor an der Klinik für Rheumatologie, Immunologie & Allergologie des Inselspitals Bern bei Prof. Villiger tätig. 2007 übernahm ich den Lehrstuhl für Immunologie der Universität Southampton und arbeitete auch weiter an Patienten, als Consultant Rheumatologist am NHS. 2013 kehrte ich mit der Familie nach Basel zurück, wo ich bis 2016 am Novartis Institute for Biomedical Research als Direktor in der Translationsmedizin auf dem Gebiet Autoimmunität, und von 2016 bis 2019 bei Hoffmann-La Roche als Therapeutic Area Leader Rheumatology tätig war. Nebenbei habe ich als Rheumatologe in der Praxis weiter Patienten betreut. Seit August 2019 bin ich wieder voll zurück in der Klinik als Chefarzt der Klinik Rheumatologie und Schmerzmedizin am Bethesda Spital Basel. Foto © Bethesda Spital AG

Prof. Dr. med. Peter Lamprecht

Prof. Dr. Peter Lamprecht studierte Medizin an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Seine Weiterbildung in Innerer Medizin und Rheumatologie absolvierte er in Bad Segeberg, Heide und Lübeck/Bad Bramstedt. Der Internist, Rheumatologe und klinischer Immunologe (DGfI) ist Leitender Oberarzt an der Klinik für Rheumatologie und klinische Immunologie des UKSH, Campus Lübeck. Forschungsaufenthalte zur „Zellulären und molekularen Immunologie“ führten ihn an das Nuffield Department of Medicine in Oxford, Großbritannien. Für seine Forschungen zur T-Zellen-Bedeutung für chronische Entzündungen bei der Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) erhielt er 2004 den Rudolf-Schön-Preis der Dt. Gesellschaft für Rheumatologie. Seit 2008 hat er die Forschungsprofessur zur frühen Pathogenese der GPA inne und koordiniert entsprechende Klinische Forschergruppe. Er ist u.a. Mitglied des Exzellenzclusters „Präzisionsmedizin bei chronischen Entzündungen“ und PI des Vaskulitisregisters im deutschsprachigen Raum (GeVas). Foto@ privat

Prof. em. Dr. med. Hans-Hartmut Peter

Hans-Hartmut Peter, Prof. em. Dr. med, geb. 1942 in Darmstadt, Studium in Marburg, Paris, Heidelberg, Promotion 1967 am Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg, Postdoktorate 1968 im frz. Tumorzentrum Villejuif und 1970-72 in Scripps Clinic, La Jolla Ca. USA. 1973-1984 Facharztausbildung für Innere Medizin und Rheumatologie an der Med. Hochschule Hannover (MHH; Lehrer: Helmuth Deicher, Fritz Hartmann); 1976 Habilitation in Innerer Medizin und Klinischer Immunologie mit einer Arbeit über: „Formen zellulärer Zytotoxizität bei Transplantatabstoßung und Tumorwachstum“. Seit 1984-2010 Ärztl. Direktor der Abt. Rheumatologie & Klinische Immunologie, Med. Universitätsklinik Freiburg. 1988 Gründung einer DFG Forschergruppe für Rheumatologie (KFR). 2001-2009 Sprecher des SFB620 Immundefizienz; 2008 Mitbegründer und erster Ärztlicher Direktor des Centrums für Chronische Immundefizienz (CCI) am Uniklinikum Freiburg. 2001-2002 Präsident der DGfI. Herausgeber des Lehrbuches Klinische Immunologie (3. Auflage 2012). 2010-2025 berufenes Mitglied der Arzneimittelkommission der BÄK und des Arbeitskreises Blut am Robert Koch Institut, Berlin. Foto © privat

Prof. Dr. med. Hendrik Schulze-Koops

Nach dem Studium der Humanmedizin an der Universität Hamburg und der Station als AiP am UKE Hamburg folgten Stationen bei der Max-Planck-Gesellschaft in Erlangen und am Harold C. Simmons Arthritis Research Center in Dallas/Texas. An der Medizinischen Klinik der Universität Erlangen war er zunächst ab 1997 als Assistenzarzt, ab 2003 als Oberarzt tätig. Zudem leitete er dort die Klinische Forschungsgruppe „T-Zellen in der Pathogenese von Autoimmunerkrankungen“. 2006 wurde er als Professor für Innere Medizin und Rheumatologie, Leiter der Sektion Rheumatologie und Klinische Immunologie, an das Klinikum der LMU, München, berufen. Seit 2015 hat er dort die Schwerpunkt-Professur für Rheumatologie und Klinische Immunologie inne. Prof. Dr. Schulze-Koops erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so erhielt er u.a. 1999 den Ersten Förderpreis der Dr. Walter und Luise Freundlich Stiftung, Frankfurt am Main, und 2006 den Förderpreis der Stiftung Wolfgang Schulze/Deutsche Rheumaliga Berlin. Foto © privat

Prof. Dr. med. Nils Venhoff

Ich wurde 1975 in Leer (Ostfriesland) geboren, habe dort die Schule besucht und meinen Zivildienst in der Krankenpflege geleistet. 1996 bis 2003 Medizinstudium in Freiburg mit Auslandsaufenthalten in Schottland und Schweiz. Nach Abschluss der Promotion 2003 Arzt im Praktikum in der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie unter Prof. Dr. HH. Peter. Neben der internistischen Facharztweiterbildung Schwerpunkte in Infektiologie und Immundefizienz (Centrum für chronische Immundefizienz). Facharzt für Innere Medizin 2009, Zusatzbezeichnung Rheumatologie 2011, Zusatzbezeichnung Immunologie 2021. Habilitation im Bereich Innere Medizin 2014, Verleihung außerplanmäßige Professur 2019. Aktuell Leitender Oberarzt und Leiter der Sektion Immunvaskulitiden in der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie unter Prof. Dr. R.E. Voll. Begleitend wissenschaftliche Tätigkeit mit eigener Arbeitsgruppe und klinisch orientierter Forschung. Mitbegründer und Sprecher des Vaskulitis-Zentrums Freiburg. Ich bin verheiratet und habe 2 Kinder. Foto@ privat

Prof. Dr. med. Reinhard Voll

Info folgt Foto: © privat

Prof. Dr. med. Klaus Warnatz

Klaus Warnatz schloss 1991 sein Medizinstudium an der Universität Aachen ab. Anschließend begann er im Klinikum Rechts der Isar in München an der Abteilung für Gastroenterologie zu arbeiten. Es folgten Post-Doc-Zeiten an der University of California in San Diego und dem Universitätsklinikum Freiburg. Prof. Dr. Klaus Warnatz spezialisierte sich auf Innere Medizin und Rheumatologie sowie Klinische Immu-nologie. 2006, im Jahr seiner Habilitation, wurde er Oberarzt für Rheumatologie und Klinische Immuno-logie, zwei Jahre später Leiter der Ambulanz für Immundefektstörungen bei Erwachsenen an de BMBF geförderten Zentrum für chronische Immunschwäche (CCI) des Universitätsklinikums. Seit 2018 ist er Leiter der Sektion für Immundefizienz in der Klinik für Rheumatologie und klinische Im-munologie. Seine Forschungsgebiete sind B-Zell-Immunologie, Ätiologie, Pathogenese, Diagnostik und Management von primären und sekundären Immundefekten bei Erwachsenen. Foto © privat

Klinische Immunologie - virtuell

11. Juni 2021, 09:00 UhrVirtuell

Zielgruppe
Ärzte in fachärztlicher Weiterbildung, Fachärzte, Doktoranden im Bereich der klinischen Immunologie, Naturwissenschaftler (Biologen, Biochemiker), Pharmakologen u. a. mit Tätigkeitsprofil in der klinischen Immunologie

Kosten
ab 200 €

CME-Punkte
9

Veranstalter
Rheumatologische Fortbildungsakademie GmbH

Organisator
Rheumatologische Fortbildungsakademie GmbH

Kontakt

Rheumatologische Fortbildungsakademie GmbH
Wilhelmine-Gemberg-Weg 6 · Aufgang C
10179 Berlin
Tel.: + 49 30 240 484 - 88
Fax: + 49 30 240 484 - 89
E-Mail: info@rheumaakademie.de

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